Physiknobelpreisträger

Gerd Binnig wurde 1947 in Frankfurt am Main geboren und studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Physik. Nach der Promotion 1978 über Supraleitung war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am IBM-Forschungslabor in Rüschlikon bei Zürich. Für die Entwicklung des Rastertunnelmikroskops in Rüschlikon erhielt er 1986 zusammen mit Ernst Ruska und Heinrich Rohrer den Nobelpreis für Physik. Gerd Binnig war Gastprofessor an der Stanford University und ist seit 1986 Honorarprofessor der Ludwig-Maximilians-Universität München. Schwerpunkte seiner Grundlagenforschung sind neben Mikro- und Nanotechnologie u. a. die Theorie des „fraktalen Darwinismus“, Binnigs Konzept zur evolutiven Beschreibung von komplexen Systemen.

 

Bereits 1994 hatte Gerd Binnig in München die heutige Definiens AG mitbegründet, in der er die Forschungsabteilung leitet. Die Firma bietet Software-Lösungen auf Basis der von ihm entworfenen Cognition Network Technology an, die eine automatische Auswertung von Bilddaten auf jeglicher Skala erlauben. Die Kunden im Bereich Medikamentenentwicklung, Medizin und Fernerkundung erhalten damit bessere Entscheidungshilfen durch eine sehr zeitnahe, qualitativ und quantitativ hochwertige Bildanalyse. Daneben arbeitet Gerd Binnig auch am Millipede-Projekt des IBM-Forschungslabors in Rüschlikon mit, in dem sogenannte Nano-Tausendfüßler-Festplatten entwickelt werden, deren Speicherkapazitäten die heutigen um ein Vielfaches übertreffen.

Publikationen 

Gerd Binnig:

Aus dem Nichts. Über die Kreativität von Natur und Mensch. 298 Seiten.

Piper Verlag, München 1989 (2. Auflage 1997).

Ein unkonventionelles und persönliches Buch, das Gerd Binnig für die „Faulen“ geschrieben hat, wie er sagt, „denen Reproduktion ohne Mutation und ohne kritisches Betrachten zu wenig ist.“ Für diejenigen also, „die in ihrem Herzen Kinder geblieben sind.“ Der Nobelpreisträger erzählt darin nicht nur von der Entwicklung des Rastertunnelmikroskops, sondern denkt über ein tieferes Verständnis von Kreativität und Evolution nach. Das Buch ist leider vergriffen, aber eine antiquarische Suche lohnt sich.

 

Uwe Hartmann:

Faszination Nanotechnologie. Broschiert, 166 Seiten.
Spektrum Akademischer Verlag, 2005. Euro 15.

Der Saarbrücker Experimentalphysiker Uwe Hartmann beschreibt, was Nanotechnologie bedeutet, was sie heute schon möglich macht, was morgen möglich sein wird  und was aus heutiger Sicht Vision bleiben wird. Bestimmte Schlüsselthemen wie die Rastersondenverfahren oder die Nanobiotechnologie werden in vertiefender Form behandelt, ohne dass spezielle Vorkenntnisse vorausgesetzt werden. Hartmann ist Mitbegründer des NanoBioNet, des größten europäischen Netzwerks im Bereich Nanobiotechnologie.

 

Links zu Prof. Binnig
www.definiens.com
Die Homepage der von Gerd Binnig mitbegründeten Definiens AG in München.